Ledersohlen an Rahmengenähten Schuhen

Schuhe mit Lederboden, insbesondere rahmengenähte Schuhe, sind allgemein robuster, formstabiler, reparaturfreundlicher und damit nachhaltiger als Schuhe mit Kunststoffboden.

 

Zudem verbessert die Ledersohle das Schuhklima, da der Fußschweiss - je nach Schuhkonstruktion - auch von der Ledersohle aufgenommen wird. Der feuchte Schuh Schuh kann zudem über die Ledersohle besser trocknen.

 

Ledersohlen sind nach einer kurzen Einlaufphase fast genauso rutschfest wie Gummisohlen.

 

Mehrere tausend Jahre ging man gar nicht anders. Ob Eskimo, Pharao, Indianer oder Papst, Schuhe waren immer aus Leder.  Doch auch nach der Erfindung vulkanisierten Gummis und Entwicklung der heutigen hochmodernen Kunststoffen sind viele, auch die die sich "alles" leisten können,  beim Lederschuh geblieben.

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Ledersohle oder Gummisohle?

Die folgende Tabelle zeigt anschaulich die Vor- und Nachteile von Ledersohlen und Gummisohlen.

Ledersohle

 Vorteile

  • Hält länger 
  • Besseres Fußklima.
  • Hochwertige Optik.
  • Guter Laufkomfort.
  • Verhältnismäßig rutschfest
  • Nasse Schuhböden trocknen besser.
  • Ausball wird bei Wechsel kontrolliert
  • Nachhaltiger, nachwachsender, natürlicher Rohstoff aus Abfällen der Viehwirtschaft

Nachteile:

  • Wasserresistent, aber nicht dauerhaft  für starkes Regenwetter geeignet.
  • Nicht ganz so rutschfest wie profilierte Gummisohlen.
  • Aufwändiger, daher teurer in der Reparatur

Gummisohle

Vorteile

  • Günstigere Reparaturkosten
  • Widerstandsfähiger bei starker Nässe.
  • Besonders rutschfeste, profilierte Ausführungen erhältlich.
  • Schützt die Sohlennaht

Nachteile: 

  • Künstliche Rohstoffe aus chemischen Komponenten auf Rohölbasis
  • Behindert die Atmungsaktivität und verschlechtert das Schuhklima.
  • Schuhsohle trocknet schlechter.
  • Rahmennaht kann durch schlechtere Durchlüftung vermodern und reißen.
  • Reparatur (Spitzen oder Sohle) muss öfter ausgeführt werden

Die geschilderten Vorteile treffen uneingeschränkt auf unsere Ledersohlen aus der Gerberei Rendenbach zu, leider nicht auf jede Ledersohle an jedem Schuh. Viele Hersteller verwenden  - gerade in unteren Preislagen - minderwertige Ledersohlen, bei denen schlechteres Rohmaterial weniger aufwendig, auch mit Mischgerbung gegerbt wird, was natürlich Einbußen hinsichtlich Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit zur Folge hat. Solche Sohlen machen den Schuh günstiger, sind aber auch schneller durchnässt und sind auch schneller durchgelaufen.

 

Bedauerlicherweise machen viele Ledersohlen-Träger ihre ersten Erfahrungen mit solchen minderwertigen Sohlenledern und übertragen diese schlechten Erfahrungen auf alle Ledersohlen. Erst bei hochpreisigen Modellen von z. B. bei Alden, Edward Green, Allen Edmonds oder LLOYD kommen hochwertige Ledersohlen  aus der Gerberei Rendenbach oder vergleichbare Ware zum Einsatz und werden aufgrund des hohen Preises fast nur von Kennern gekauft. Hochwertige Ledersohlen sind daher bei vielen Konfektionsschuhen die Ausnahme. Bei unseren Reparaturen hingegen sind hochwertige Materialien die Regel, denn günstigere Leder senken den Reparaturpreis nur geringfügig, müssen auf einen längeren Zeitraum gesehen aber öfter erneuert werden, was unter dem Strich teurer kommt.

 

Diese Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf rahmengenähte Schuhe, lassen sich prinzipiell aber auf andere Schuh-Macharten übertragen. In bestimmten Fällen sollten manche Schuhe mitLedersohle konstruktionsbedingt besser mit einer Gummisohle ausgestattet werden, manche Schuhe hingegen niemals. Es spielen also nicht nur persönliche Vorlieben eine Rolle. 

 

Bei durchgenähten Schuhen geht der Stichkanal (bei Regen also der Wasserkanal) bei manchen Modellen - im Gegensatz zum rahmengenähten Schuh mit angedoppelter Laufsohle - direkt durch Brandsohle und Laufsohle bis zum Fuß. Das der Träger hier sofort nasse Füße bekommt, liegt nicht an der Ledersohle, sondern an der für mediterrane Sommermonate gedachten, luftigen Konstruktion. Hier empfiehlt es sich für unsere nordischen Verhältnisse, entweder gleich eine Gummisohle aufzubringen oder diese Konstriktion anlässlich einer Reparatur an Regenwetter anzupassen. Weitere Ausführungen darüber würden hier allerdings den Rahmen sprengen, spätestens an diesem Punkt ist indviduelle Beratung gefragt.

Warum überhaupt Gummisohlen?

Nach der Erfindung des vulkanisierten Gummis wurden völlig neue Produktionsweisen möglich, sowohl Material als auch Herstellung wurden immer günstiger. Die nahezu beliebige Formbarkeit macht Schuhsohlen vor allem bunter und lässt beliebige Laufprofile zu. Bei eleganten Businessschuhen werden Gummisohlen hauptsächlich für die langen Regenperioden und rutschfestigkeit genutzt.

 

Einige Hersteller statten ihre Schuhe schon von Haus aus mit einer  zusätzlichen Gummisohle aus, was einige Vorteile mit sich bringt. Eine auf den Lederboden aufgebrachte Gummisohle verleiht der Lauffläche auf Wunsch  ein griffigeres Profil und verlangsamt bei Regenwetter das Eindringen von Nässe.

Zudem sind die Reparaturkosten bedeutend geringer als beim Austausch von genähten Ledersohlen.

Unterschiedliche Gummisohlen verleihen dem Schuh auch unterschiedlich neue, zusätzliche Eigenschaften. Profil, Farbe und Einsatzzweck  lassen sich schnell und günstig wechseln. 

 

Allerdings gibt es auch Nachteile, so behindert die Gummisohle das Trocknen der Sohle nach dem Tragen. 

2 -3 mm dicke Gummisohlen sind zudem schneller abgelaufen als 5,5 mm dicke, hochwertige Ledersohlen. und müssen auch an der Sohlenspitze öfter erneuert werden, als dies bei Ledersohlen der Fall ist.

Unser Angebot Gummisohlen

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Auch Gummisohlen guter Qualität halten aufgrund der geringeren Materialstärke nicht länger als Alt-Eichenloh grubengegerbte Ledersohlen von guter Qualität
Auch Gummisohlen guter Qualität halten aufgrund der geringeren Materialstärke nicht länger als Alt-Eichenloh grubengegerbte Ledersohlen von guter Qualität


Wann sollte ich bei rahmengenähten Schuhen die Sohle erneuern lassen?

Ledersohle oder Gummisohle
Ledersohle oder Gummisohle?

Wenn Sohle oder Naht abgelaufen sind muss die Ledersohle durch eine neue Ledersohle ersetzt werden.

 

Jede plane, unbeschädigte Ledersohle lässt sich – soweit Verallgemeinerungen bei Schuhen zulässig sind –  mit einer aufgeklebten Gummisohle nachrüsten. Das senkt die Reparaturkosten, da nun nur die aufgeklebte Gummisohle ausgetauscht werden muss. Zudem empfinden manche Träger die Gummisohle als rutschfester. Wenn es eine Gummisohle sein soll, sollten Sie die Gummisohle also direkt nach dem Kauf anbringen lassen, wenn Sohle und Nähte noch völlig intakt sind..

 

Verfügt Ihr rahmengenähter Schuh über eine angedoppelte Ledersohle, können Sie den Schuh problemlos einsetzen.  Die Ledersohle bietet für Ihren Fuß das angenehmere Schuhklima, da sie die Trocknung des Schuhes beschleunigt. Das Klima im Schuh ist während des Tages besser, nach dem Tragen trocknet der Schuh schneller. Außerdem haben Sie keinen Ärger mit einer ablösenden Sohle, da die Ledersohle nicht nur geklebt, sondern zusätzlich an den Schuh angenäht ist.

 

 

Was passiert, wenn bei rahmengenähten Schuhen die Naht an der Ledersohlenunterseite durch das Laufen angegriffen wird? 


Die Naht, die Sie sehen ist die sogenannte Doppelnaht. Wann und wie stark diese abgelaufen wird, hängt davon ab, wie tief sie im „Riss“ — allgemein gesprochen in der für die Naht eingearbeitete Mulde — in der Ledersohle eingearbeitet ist. Einzig bei „verdeckt“ gedoppelten Schuhen sehen Sie gar nichts von der Naht, nur einen kleine Schnitt im Leder. Hier wird das Leder eingeschnitten, hochkelappt, genäht und anschliessend wird der Riss wieder zugeklappt.

Wie auch immer die Doppelnaht ausgeführt ist: Die Sohle wird sich nicht ablösen. Die Machart ist aus einer Zeit, zu der es noch gar keinen Klebstoff zur dauerhaften Verklebung von Sohlen gab — und trotzdem haben die Sohlen am Schuh gehalten. 


Ist ein Lösen der Ledersohle zu befürchten und ist auch dann noch eine Gummisohle montierbar?

Heute werden die angedoppelten Sohlen zusätzlich verklebt. Selbst wenn die Naht also punktuell durchgelaufen sein sollte, halten die übrigen Nähte und vor allem die Verklebung die Sohle dennoch verlässlich am Schuh. Eine Gummisohle lässt sich fachgerecht dennoch nur am neuen Schuh aufkleben.

 

Nur im ungetragenem Zustand ist die Sohle — und damit die Klebefläche — noch trocken, eben und vor allem sauber. Je länger die Sohle getragen wird, desto mehr Schmutz sammelt sich im Leder und desto unebener wird die Fläche. Um die Sohle dann für eine gute Klebung vorzubereiten, muss die Sohle geradegeschliffen werden, je weiter abgelaufen, desto tiefer muss ins Leder geschliffen werden. Hier würde die Nahtverbindung dann insgesamt, nicht nur punktuell, zerstört.

 

Erfahrungsgemäss hält eine später angebrachte Gummisohle zwar auch auf der abgelaufenen Ledersohle. Im Ergebnis löst sich die Ledersohle dann aber kurze Zeit später komplett vom Schuh, zusammen mit der auf ihr angebrachten Gummisohle.

Wenn Sie eine Gummisohle wünschen, dann sollte Sie unbedingt gleich nach dem Kauf angebracht werden. 


Wann ist die Sohle meines Schuhes abgelaufen?


Die Sohle ist abgelaufen, wenn die Stärke der Sohle an einer Stelle 0 mm beträgt. Wo genau diese Stelle sich befindet, ist von Träger zu Träger unterschiedlich, da dies vom individuellen Gangbild abhängt.

 

Der häufigste Verschleiss findet sich an der Schuhspitze, hier ist in der Regel aber noch keine neue Sohle nötig, das lässt sich mit einer sogenannten Spitzen-Reparatur beheben.

 

Viele Sohlen kommen natürlich auch mit dem berühmten Loch in der Mitte zur Reparatur. Es kommt aber ebenso vor, das die Sohle am Ballen, innen oder aussen zuerst abgelaufen wird.

 

Egal wo: die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Wo auch immer die Sohle zuerst abgelaufen wird, jetzt ist es Zeit für eine neue. Denn der Unterbau, der nun als nächstes als angegriffen wird, ist weder in der Materialwahl, noch konstruktionsbedingt dafür gedacht darauf zu laufen. Weiterlaufen kann teure sehr aufwändig zu reparierende oder gar irreparable Folgen haben.


Wie sollte ich Ledersohlen pflegen ?


Flexibel, wasserabweisend, schützend, elastisch, antibakteriel, atmungsaktiv, isolierend, dehnbar und reißfest. Leder vereint alles in einem Material.

Gute Ledersohlen – z. B. von Rendenbach – haben Pflege nicht zwingend nötig, weil sie von Haus aus über gute Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Abrieb verfügen. Zu Beginn ist jede Ledersohle natürlich relativ fest und glatt, denn das schöne Narbenbild und die natürliche – unbemalte – Oberfläche sind schließlich der Stolz des Gerbers und des Schuhherstellers.

 

Und für Sie – mit etwas Erfahrung – Gelegenheit, die Qualität des Leders zu prüfen. Festigkeit und Glattheit geben sich nach mehrmaligem Tragen von ganz allein, Sie müssen also nichts weiter tun, als die Schuhe einfach zu tragen. 

 

Die Nachteile von Sohlenöl

  • Ledersohlen werden von der Behandlung mit Öl auch rutschiger.
  • das Öl kann nach kurzer Standzeit Flecken auf Teppichen und Holzböden hinterlassen
  • überschüssiges Öl kann ins Oberleder ziehen und dieses irreparabel beschädigen
  • nach Behandlung mit Sohlenöl kommen für die Reparatur nur noch genähte Ledersohlen in Frage, geklebte Gummi-Sohlen lösen sich nach kurzer Zeit ab
  • auch bei genähten Schuhen kann die Ledersohle sich bis zur Naht lösen, was unschön aussieht
  • Klebungen und Spitzenreparaturen lassen sich nicht mehr ausführen

 Das Bessere ist der Feind des Guten

 

Durch Behandlung mit Sohlenöl werden Ledersohlen, wasserundurchlässiger,  geschmeidiger und halten länger. Soweit die kurze Liste der Vorteile.

 

Aufgrund dieser Nachteile empfehlen wir zur Sohlenpflege SOHLEN TONIC, das über alle Vorteile von Sohlenöl verfügt, aber nicht über dessen Nachteile. Der schnelle Abrieb und die Wasserzügigkeit von schlechten Sohlenledern lässt sich mit SOHLEN TONIC entscheidend verbessern.