Die gewendet genähte Machart – auch Opanka genannt – ist eine der ältesten und handwerklich aufwendigsten Konstruktionsweisen. Der Schuh wird zunächst auf links genäht und anschließend vollständig gewendet. Das Ergebnis: ein besonders weicher, anschmiegsamer Schuh ohne spürbare Innennaht.
Beim Nähen liegt das Oberleder zunächst nach innen. Sohle und Schaft werden rundum vernäht, danach wird der Schuh durch eine Öffnung gewendet, sodass die Naht verdeckt im Inneren liegt.
Daher stammt die Redewendung: Umgekehrt wird ein Schuh daraus
Diese Technik erfordert weiche, hochwertige Leder und viel Erfahrung – besonders beim exakten Ausformen nach dem Wenden.
Gewendet genähte Schuhe sind extrem leicht, flexibel und ideal für feine Sommermodelle, Ballerinas oder Mokassins. Die weiche Verbindung ohne Rahmen oder Brandsohle sorgt für ein direktes, natürliches Laufgefühl.


Diese Technik ist selten geworden und wird heute nur noch für Ballettschuhe verwendet, aber wir haben sie auch gelegentlich bei Damen- und Herrenschuhen entdeckt. Da gewendet genähte Schuhe sich selten reparieren lassen, wenn die Naht einmal zerstört ist, müssen sie unbedingt rechtzeitig zum Schuhmacher, damit eine neue Sohle angebracht werden kann.
Ob klassische Ballerinas, Mokassins oder handgefertigte Maßschuhe – gewendet genähte Modelle bleiben einzigartig in Flexibilität und Komfort. Wir erneuern Sohlen und Nähte behutsam, damit sie ihre ursprüngliche Weichheit behalten.
