Macharten

 Die Machart beschreibt den Aufbau eines Schuhs – und entscheidet, wie lange er hält. Hier erklären wir die wichtigsten Bauarten – von der handgenähten Rahmenkonstruktion bis zur modernen 3D-Technik – und zeigen, woran Sie erkennen, ob ein Schuh handwerklich gefertigt und reparierbar ist.

Hinweis: Immer mehr Schuhe werden mit industriellen Methoden und Konstruktionsprinzipien hergestellt, die eine handwerkliche Reparatur nicht zulassen. Es existieren keine getrennten Bauteile, keine genähten Verbindungen und keine konstruktiven Elemente, die sich mit handwerklichen Verfahren trennen, öffnen, nähen, kleben oder erneuern lassen:
ca. 1950 ff
Formsohlen

Geklebte Formsohlen – moderne, leichte Bauweise im Spritzgussverfahren. Ideal für Sneaker und Sportschuhe, nicht durch verkleben reparierbar.

1980
3D Technik

3D - Modellierung  – additiv gedruckte Bauweise aus Kunststoff. Am Computer konstruiert, Schichtweise aufgebaut, nicht durch verkleben reparierbar.

2020
Sprühtechnik

Sprühverfahren – nahtlose Bauweise durch industrielles Aufsprühen von Faser- oder Kunststoffmaterial. Direkt auf einer Form hergestellt, nicht durch verkleben reparierbar.


Die folgenden Methoden und Konstruktionsprinzipien sind handwerklich hergestellt und lassen auch eine handwerkliche Reparatur zu:

Für unsere Maßschuhe verwenden wir vor allem die Blake-Rahmengenähte Machart. Bei der Blake-Rahmengenähten Machart wird der Rahmen direkt durch Brandsohle, Schaft und Rahmen genäht – eine seltene, aber hochpräzise Konstruktion. Sie vereint die Haltbarkeit des Goodyear-Systems mit handwerklicher Flexibilität und leichter Erneuerbarkeit der Naht.

ca. 1500 – 1600
Gewendet genäht

Gewendet genäht – weich, biegsam und  dennoch stabil. Klassische Machart für leichte Damenschuhe, Mokassins und Ballettschuhe.

ca. 1800 – 1830
Handrahmengenäht

Handrahmengenäht – die ursprüngliche Rahmentechnik. Von Hand mit Leinenfaden genäht, formstabil, langlebig, muss nicht gewendet werden.

1856 – Patent L. R. Blake
Blake-rahmengenäht

Blake-rahmengenäht – handwerklich gefertigt, flexibel und langlebig. Rahmen, Schaft und Brandsohle sind miteinander vernäht und reparabel.


1869 – Patent Goodyear Jr.
Goodyear-Welted

Rahmengenäht bzw. Goodyear Welted – Die klassische Machart hochwertiger Lederschuhe: langlebig, formstabil, mehrfach reparierbar.

ca. 1870 ff.
Durchgenäht

Durchgenähte Schuhe – robust, flexibel und traditionell. Oberleder, Brandsohle und Laufsohle werden direkt miteinander vernäht.

1911 – Patent Paul Kellner
Geklebt (AGO)

Geklebt klassisch – handwerklich leichte Bauweise ohne Sohlennähung. Ideal für klassische Schuhe, reparierbar durch fachgerechtes Neu-Verkleben.


ca. 1860 – 1880
Zwiegenäht

Zwiegenäht. Zwei Nahtgänge verbinden Schaft, Zwischen- und Laufsohle. Eine typische Machart für Berg-, Wander-, Trachten- und Jagdschuhe, in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet.

ca. 1860 – 1880
Triegenäht

Triegenäht. Drei Nahtgänge verbinden Schaft, Zwischen- und Laufsohle. Eine seltene Machart für Berg-, Wander-, Trachten- und Jagdschuhe.

ca. 1860 – 1880
Holzgenagelt

Holzgenagelt. Hier werden Schaft und Sohlen mit Holznägeln verbunden. Im Ergebnis ein steiferer Schuh, nicht so flexibel wie genähte Schuhe.