Neben der Konstruktion (Machart) eines Schuhes gibt es historisch gewachsene Gestaltungsvarianten die sich heute noch am Schuh wiederfinden. Sie sind teilweise durch die Machart bedingt, teilweise dem Streben einer aufwendigeren Gestaltung, teils dem Ausdruck ästhetischer Gestaltungswünsche.
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Viele hochwertige Goodyear-Schuhe besitzen eine sogenannte 270°-Welt. Dabei endet der Rahmen vor der Ferse; die Absatzpartie wird separat aufgebaut oder angenagelt. Das ergibt eine elegantere, schmalere Fersenform und ist typisch für englische und kontinentale Leisten.
Bei einer 360°-Welt verläuft die Naht dagegen einmal komplett um den Schuh herum – auch unter der Ferse. Diese Bauweise ist robuster, wird häufig bei amerikanischen Modellen und – wenn nicht anders gewünscht – auch bei unseren Maßschuhen verwendet.
Beide Varianten sind sehr gut für eine 3/4-Sohlenreparatur geeignet. Bei 270°-Modellen folgt die neue Naht exakt der ursprünglichen Rahmenführung. Bei 360°-Modellen wird die bestehende, rundumlaufende Naht technisch korrekt und optisch nahtlos weitergeführt, sodass keine sichtbaren Übergänge entstehen.
In einem gestuppten Rahmen versenkte Doppelnaht. Der Verlauf ist mit dem bloßen Augenschein nur auf der Sohle erkennbar.
Die Doppelnaht kann auch „gestuppt“ sein. Heute eher eine historische Ehrenbezeugung, wird dabei ein Linienmuster in das Leder geprägt, das bei handgenähten Schuhen als Vorzeichnung für gleichmäßigen Abstand der Stiche sorgte.
Das Bild zeigt das Hand-Werkzeug, den „Stupper“, mit dem der Rahmen vor dem Handdoppeln markiert wurde. Bei diesem Schuh ist die Doppelnaht zusätzlich in einem Riss im Rahmen fast nicht sichtbar versenkt.
